Roblox: Eine kritische Betrachtung der Gefahren für Kinder

Roblox ist eine gefährliche Falle für Kinder. Die scheinbar harmlose Online-Plattform, die Millionen von jungen Nutzern anzieht, ist in Wahrheit ein skrupelloses Geschäft, das gezielt auf die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kindern abzielt.

Hinter der bunten Pixelwelt verbirgt sich ein System aus aggressiver Monetarisierung, manipulativem Game-Design und einem schockierend lauen Kinderschutz. Eltern und Fachpersonen sollten sich nicht täuschen lassen: Roblox fördert riskantes Kaufverhalten, setzt Kinder manipulativen Mechaniken aus und öffnet Tür und Tor für bedenkliche Kontakte mit Fremden – bis hin zu Cybergrooming. Zudem drohen Suchtverhalten, sozialer Druck und eine verzerrte Wahrnehmung von Geldwerten. Wer denkt, sein Kind sei hier sicher, unterschätzt die massiven Gefahren. Es ist höchste Zeit, Roblox kritisch zu hinterfragen und Schutzmassnahmen zu ergreifen – bevor es zu spät ist.

Diese zwei Videos zeigen das Problem sehr gut auf. Zusätzlich sind im Artikel noch weitere Informationen zu diesem Thema enthalten.

Einleitung: Roblox – Mehr als nur ein Spielplatz?

Ein kurzer Überblick

Roblox hat sich zu einer der populärsten Online-Plattformen entwickelt, die insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen grossen Anklang findet. Die Plattform ermöglicht es Nutzern, eigene Spiele und Avatare zu erstellen und diese mit anderen zu teilen. Mit über 89 Millionen täglich aktiven Nutzern im September 2024 zählt Roblox zu den meistgespielten Spielen weltweit. Diese Beliebtheit übertrifft sogar die von bekannten Konkurrenten wie Minecraft und Fortnite, wobei ein Grossteil der Nutzerschaft unter 18 Jahre alt ist.

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Das Geschäftsmodell von Roblox

Zwischen Kreativität und Kommerz

Roblox fungiert als eine Plattform, auf der Nutzer, darunter viele Kinder, ihre eigenen Spiele entwickeln und virtuelle Gegenstände wie Avatare erstellen und handeln können. Die Erstellung von Spielen im Roblox Studio ist zwar komplex und erfordert Einarbeitungszeit, doch die Plattform bietet eine scheinbar einfache Möglichkeit für junge Menschen, ihre kreativen Ideen zu verwirklichen. Der finanzielle Anreiz spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Im Jahr 2024 verdiente die Creator-Community beeindruckende 923 Millionen US-Dollar, und seit 2018 wurden insgesamt 3,3 Milliarden US-Dollar an Entwickler ausgezahlt. Diese Zahlen verdeutlichen die immense wirtschaftliche Bedeutung der Plattform und den starken Anreiz für Nutzer, Inhalte zu erstellen und zu monetarisieren.  

Ein zentraler Aspekt des Geschäftsmodells von Roblox sind die vielfältigen Monetarisierungsmethoden. Dazu gehören die virtuelle Währung Robux, Premium-Mitgliedschaften, In-Game-Käufe und sogenannte Lootboxen. Während die grundlegenden Funktionen von Roblox kostenlos zugänglich sind, ist die In-Game-Währung Robux, die mit echtem Geld erworben werden muss, ein integraler Bestandteil des Spielerlebnisses. Nahezu alle Spiele auf der Plattform animieren die Nutzer mehr oder weniger aggressiv dazu, Robux auszugeben Das System des Robux birgt die Gefahr, dass Kinder den Bezug zum realen Geldwert verlieren, da die Umwandlung von echtem Geld in eine virtuelle Währung eine psychologische Distanz schafft, die zu erhöhten Ausgaben führen kann. Begrenzte Verfügbarkeiten von Gegenständen und exklusive Angebote können zudem zu schnellen und oft unüberlegten Kaufentscheidungen verleiten.

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In-Game-Käufe sind virtuelle Gegenstände, die mit echtem Geld gekauft werden. Auf Roblox nennt sich die Währung Robux. Spiele sind oft so gestaltet, dass Kinder animiert werden, Robux für exklusive Items, Spielvorteile oder Skins auszugeben. Das kann schnell teuer werden!

Spiele wie "Adopt Me!" sind Beispiele dafür, wie das Ausgeben von Robux für virtuelle Güter, in diesem Fall Haustiere und Gegenstände, stark gefördert wird. Eltern sollten sich dieser Mechanismen bewusst sein und ihren Kindern die wirtschaftlichen Interessen hinter diesen In-App-Käufen erklären Es wird empfohlen, die Funktion für In-App-Käufe zu deaktivieren oder mit einem Passwort zu schützen, um unerwartete Ausgaben zu verhindern Der soziale Druck innerhalb der Roblox-Community, in der der Status oft mit dem Aussehen des Avatars und dem Besitz seltener Gegenstände zusammenhängt, kann die finanzielle Belastung für Familien weiter verstärken, da Kinder möglicherweise Druck verspüren, Robux für neue Gegenstände oder Erlebnisse zu erwerben, um mit ihren Freunden mithalten zu können

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Aggressive Monetarisierungspraktiken

Druck und Manipulation?

Experten äussern zunehmend Bedenken hinsichtlich des Ausmasses und der Art der Monetarisierung, die speziell auf Kinder abzielt und in dieser Form in Spielen für diese Altersgruppe bisher kaum zu beobachten war. Die Plattform nutzt psychologische Auslöser, die besonders bei jungen Spielern wirken und das zwanglose Spielen in potenziellen finanziellen Druck für Familien verwandeln können. Entwickler sehen sich möglicherweise gezwungen, manipulative Taktiken anzuwenden, um ihre Einnahmen zu maximieren. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte "Bitte warten"-Mechaniken, die die Spielzeit künstlich verlängern, da Entwickler basierend auf der Zeit vergütet werden, die Premium-Abonnenten in ihren Spielen verbringen. Dieses Vergütungssystem kann unbeabsichtigt dazu führen, dass Entwickler Spiele entwickeln, die eher auf Suchtverhalten als auf echtem Spielspass ausgerichtet sind.  

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FOMO steht für „Fear of Missing Out“ – die Angst, etwas zu verpassen. Roblox nutzt diesen Effekt gezielt, indem Items oder Angebote nur für kurze Zeit verfügbar sind. Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt, schnell zu kaufen – oft ohne nachzudenken!

Ein weiteres Problem stellt der soziale Druck dar, der durch teure Avatare und In-Game-Gegenstände entsteht. Spieler mit Premium-Gegenständen werden in einigen Spielen möglicherweise besser behandelt, was bei anderen Nutzern, insbesondere Kindern, ein Gefühl des Drucks auslösen kann, ebenfalls Geld auszugeben, um nicht benachteiligt zu sein. Innerhalb von Roblox korreliert der soziale Status oft mit dem Erscheinungsbild des Avatars und dem Besitz seltener Gegenstände. Spieler können impliziten Druck verspüren, bestimmte ästhetische Standards aufrechtzuerhalten, was den Kauf von Premium-Gegenständen und Accessoires fördert. Freundesgruppen können unbeabsichtigt Erwartungen an die Ausgaben durch gemeinsame Aktivitäten und passende Outfits schaffen. Dieses Zwei-Klassen-System, bei dem zahlende Spieler möglicherweise Vorteile oder eine höhere soziale Stellung geniessen, kann bei nicht-zahlenden Spielern zu Gefühlen der Unzulänglichkeit oder Ausgrenzung führen.  

Die Kehrseite der Medaille

Beeinträchtigung der Spielqualität und Ausbeutung von Entwicklern

Die starke Ausrichtung auf Monetarisierung kann sich negativ auf die Gesamtqualität und Innovation der Spiele auf der Plattform auswirken. Entwickler könnten die Generierung von Einnahmen über die Entwicklung kreativer und ansprechender Spielerlebnisse stellen. Roblox hat sich in den letzten Jahren verändert, wobei die Monetarisierung immer mehr in den Mittelpunkt rückt und die Spielqualität darunter leidet. Die Häufigkeit von "Bitte warten"-Mechaniken ist ein direktes Ergebnis des Entwickler-Vergütungsmodells, bei dem die von Premium-Abonnenten verbrachte Zeit direkt in Einkommen umgewandelt wird.

Der begrenzte Marktplatz für In-Game-Gegenstände und der Handel mit limitierten Artikeln können zu hohen Preisen und Spekulationen führen. Diese künstliche Verknappung und der Handel mit virtuellen Gütern können eine unbeständige und potenziell ausbeuterische Mikroökonomie innerhalb der Plattform schaffen, in der die Preise eher durch Spekulation als durch intrinsischen Wert bestimmt werden. Dies kann für Kinder verwirrend und potenziell schädlich sein, da sie die Konzepte von Angebot, Nachfrage und spekulativen Handel möglicherweise nicht vollständig verstehen und somit anfällig für Betrug oder übermässige Ausgaben sind.

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„Pay-to-Win“ bedeutet, dass man sich Vorteile mit echtem Geld erkaufen kann. In vielen Roblox-Spielen haben zahlende Spieler bessere Ausrüstung oder mehr Fähigkeiten als andere. Wer nicht zahlt, hat oft das Nachsehen – das sorgt für sozialen Druck!

Ein weiteres Problem ist, dass Spieler, insbesondere Kinder, schnell den Bezug zum realen Geldwert verlieren können, wenn sie Robux und In-Game-Käufe tätigen. Die Abstraktion von echtem Geld in Robux in Kombination mit der digitalen Natur der Güter kann den wahrgenommenen Wert der Ausgaben verringern und zu einer Entkopplung zwischen virtuellen Ausgaben und realen finanziellen Konsequenzen führen.

Die Bedingungen für Entwickler auf der Plattform werden oft als ungünstig kritisiert, da sie angeblich nur einen geringen Teil des Gewinns erhalten. Während Roblox angibt, dass durchschnittlich 67 % aller Ausgaben in Spielerlebnissen direkt oder indirekt an die Entwickler fliessen, einschliesslich Kosten für Infrastruktur, Support und Moderation, wird in anderen Quellen behauptet, dass die Entwickler nur etwa ein Drittel des Branchenstandards erhalten. Die Arbeit der Entwickler ist oft unreguliert, und es fehlt an Schutz seitens der Plattformbetreiber. Obwohl Roblox einen einfachen Zugang zur Spieleentwicklung ermöglicht hat, schützt es weder seine Entwickler noch seine Spieler ausreichend vor aggressiver Monetarisierung.  

Earn on Roblox | Dokumentation - Roblox Creator Hub
Explains how Roblox’s economy and virtual currency works.

Kinderschutzbedenken

Mehr als nur finanzielle Risiken

Neben den finanziellen Risiken birgt Roblox auch erhebliche Kinderschutzbedenken. Die Plattform ist mit über 90 Millionen täglich aktiven Nutzern, von denen ein Grossteil unter 18 Jahre alt ist, ein attraktiver Ort für Personen mit schädlichen Absichten. Ein grosses Problem ist das Vorhandensein von ungeeigneten Inhalten. Da täglich etwa 2,5 Millionen nutzergenerierte Inhalte auf die Plattform hochgeladen werden, ist es für die Betreiber schwierig, eine umfassende Überprüfung aller Inhalte zu gewährleisten. Dies führt dazu, dass Kinder leicht auf verstörende, rassistische, gewalthaltige oder anderweitig jugendgefährdende Inhalte stossen können. Stiftung Warentest bewertete Roblox sogar als "inakzeptabel", da die ungefilterte Spielauswahl für jüngere Kinder nur bedingt geeignet ist und rassistische sowie extremistische Inhalte gefunden wurden.  

Ein weiteres ernstes Risiko ist der Kontakt zu schädlichen Individuen, einschliesslich Online-Pädagogen. Die Standardeinstellungen nach der Anmeldung bei Roblox sind für Kinder unsicher und erlauben fremden Personen, über die Chatfunktion Kontakt aufzunehmen. Es gibt zahlreiche alarmierende Fälle von Kindesausbeutung, die über Roblox angebahnt wurden, darunter Entführungen, sexueller Missbrauch und Grooming. Diese Vorfälle unterstreichen die realen Gefahren, denen Kinder auf der Plattform ausgesetzt sein können. Cybergrooming, die Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen über das Internet, ist ein bekanntes Problem auf Roblox. Täter nutzen die Plattform, um Kinder zu kontaktieren und sie in private Chats auf externen Plattformen zu locken, wo sie dann versuchen, sexuelle Beziehungen aufzubauen oder anzügliches Material auszutauschen.  

⚠️
Cybergrooming bezeichnet die gezielte Kontaktaufnahme von Fremden zu Kindern, oft mit bösen Absichten. Täter geben sich als Gleichaltrige aus, gewinnen Vertrauen und versuchen, Kinder in private Chats oder sogar reale Treffen zu locken. Roblox mit seiner offenen Chatfunktion ist leider ein beliebter Ort für Groomer!

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) in Deutschland hat die Altersfreigabe für Roblox kürzlich von 12 auf 16 Jahre hochgestuft, was die gestiegenen Bedenken hinsichtlich der Nutzungssicherheit und der unzureichenden Vorsorgemassnahmen widerspiegelt. Diese Neubewertung und die negative Einschätzung durch Stiftung Warentest deuten darauf hin, dass Roblox trotz seiner Beliebtheit bei Kindern möglicherweise nicht für jüngere Nutzer geeignet ist.  

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